Kroatien 2026

 

Eigentlich sollte es eine sehr interessante Kajaktour um die Insel Rab in Kroatien werden. Die ersten vier Paddeltage mit meiner Reisebegleiterin Andrea waren auch wunderbar.

Nur hatte mein Bauch scheinbar wieder etwas gegen die Weiterreise, denn noch bevor wir die Zelte an diesem Tag aufbauen konnten, bekam ich - wie bereits damals in Schweden - wieder heftige Bauchschmerzen, die ärztlicher Hilfe bedurften. Andrea kontaktierte unseren Kajakverleiher, Yogi, der zugleich zuständig war für Notfälle auf der Insel Rab. Nach einiger Zeit kam er mit einem Rettungsteam und sie brachten mich per Boot nach Rijeka und dort in das nächste Krankenhaus. Festgestellt wurde wieder ein Darmverschluss, der sofort operiert wurde. Danach blieb ich noch einige Tage im Krankenhaus. Wie es dann weiterging, ist weiter unten zu finden. 

Oben: Der Hafen von Rab auf der Insel Rab.

In Hotelnähe in Rab auf Rab

Start und Übernachtungsplätze unserer ersten Paddeltag

Und dann war es leider soweit.

Am späten Nachmittag erreichten wir einen neuen schönen Strand. Kurz bevor wir unsere Zelte aufbauen konnten, bekam ich wieder heftige Bauchschmerzen, so dass ich Andrea bat, Yogi - unsere Kajakvermieter - anzurufen, damit er ein Rettungsteam hierher senden konnte. Denn Yogi wusste, an welcher Stelle wir waren und konnte das den Helfern gut beschreiben.

Schnell war ich nicht mehr in der Lage, noch irgendetwas zu tun und legte mich in den Schatten. Irgendwann hörte ich Andrea sagen "Da kommen sie". Yogi voran und in Begleitung von vier Notfallsanitätern in voller Montur mit einer Kunststoffschale. Sie schauten nach mir, hoben mich in diese große Kunststoffschale, zogen sich bis auf die Unterwäsche auf und lotsten mich in der Schale bis zum Motorboot. Wegen der geringen Wassertiefe konnte das Boot nicht näher an den Strand heranfahren. Sie hoben mich in das Motorboot und fuhren mit mir in rasender Fahrt in Richtung Rijeka. Nach etwa zwei Stunden Bootsfahrt erreichten wir die Straße nach Rijeka. Dort wurde ich in einen Rettungswagen verfrachtet und ins nächste Krankenhaus gebracht. Da CT ergab, dass ich einen Darmverschluss hatte und sofort operiert werden musste.

Als ich wieder aufwachte, lag ich in einem Krankenzimmer mit vielen Schläuchen an verschiedenen Stellen. Meine ohnehin schon sehr lange Bauchnaht hatten die Ärzte noch einmal geöffnet und danach wieder verschlossen. Nun war sie sogar noch fünf Zentimeter länger und ging über den Bauchnabel hinaus. In den folgenden Tagen erfolgten regelmäßig Visiten und die Schläuche wurden nacheinander entfernt. Auch mein Darm arbeitete. Zuhause wusste die ganze Familie Bescheid und versuchte, einen Rücktransport mit dem ADAC zu organisieren. Nachdem der ADAC den Krankenhausbericht gelesen hatte, lehnten sie den Rücktransport ab. Ein Entlassung seitens des Krankenhauses war ärztlicherseits möglich, aber nur in Begleitung. Also blieb ich noch einige Zeit im Krankenhaus und langweilte mich, den Deutsch oder Englisch sprach keiner der anderen Patienten im Zimmer.

Eines Morgens, so gegen 11:00 Uhr, stand Angelika plötzlich an meinem Bett. Zuerst dachte ich, ich habe geträumt. Aber sie war es tatsächlich. Sie war morgens ums 4:00 Uhr über Frankfurt nach Rijeka geflogen und war nun hier, um mich abzuholen. Wegen der inneren Bauchwunde durfte ich keinesfalls fliegen, aber wir wollten mit dem Zug zurückfahren. Das war ein Abenteuer für sich. Also packte ich meine wenigen Sachen und verließ das Krankenhaus. Da war leichter gesagt als getan. Vor der Tür merkte ich, dass ich total schlapp war und nur wenige Meter gehen konnte.

Bild links: im Krankenhaus

Bild Mitte: auch noch im Krankenhaus

Bild rechts: vor dem Krankenhaus - ein Taxi gab es weit und breit nicht

Mareile hatte uns von zuhause aus ein Hotelzimmer in der Nähe des Krankenhauses gebucht und dort gleichzeitig ein Taxi zu Abholung bestellt. Ich war froh, wieder liegen zu können. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Zug von Rijeka über Ljubljana nach Villach. In Villach war der Anschlusszug bereits abgefahren, so dass wir in Bahnhofnähe wieder in einem Hotel übernachteten. Darüber war ich froh, denn der Tag war anstrengend genug.

Am nächsten Tag fuhren wir dann weiter von Villach nach Augsburg, wo wir wenige Minuten vor Zugankunft erfuhren, dass der Zug ersatzlos gestrichen war. Es gab aber noch nie Möglichkeit, mit einem Regionalexpress nach Ingolstadt zu fahren, wo wir noch einen ICE erreichen konnten. Auch das hatten wir geschafft, hatten dann aber keine Sitzplatzreservierung mehr. Wir durften aber auf einem der Plätze im Bordrestaurant bleiben.

Als wir in Hannover ankamen, standen Daniela und Rieke bereits auf dem Bahnsteig. Wir gingen zu deren Auto und wurden bis vor die Haustür gebracht. Das war fast zu viel für mich und daher legte ich mich gleich ins Bett. Ich war wieder zuhause!

Oben links: Endlich wieder Pause im Hotel

Oben rechts: unterwegs

Unten links: warten auf den nächsten Zug

Unter Mitte: wieder warten auf den nächsten Zug

Unten rechts: die letzte Etappe im ICE im Bordrestaurant